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Martin Walch - Backstube Lech

  • Letzten Herbst hat Falstaff mit seiner Community die Backstube Lech zum zweiten Mal als die beliebteste Bäckerei Vorarlbergs gewählt. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle für diese Auszeichnung! Kannst du uns einen kleinen Einblick in die Geschichte eures liebevoll aufgebauten 3-Generationenbetriebs gewähren?

Vielen Dank. Mittlerweile wurde schon für das Jahr 2019 abgestimmt und wir konnten mit dem zweiten Platz auch dieses Jahr eine sehr gute Platzierung erreichen.

Meine Urgroßmutter Filomena Walch hat 1931 die Backstube Lech gegründet. Zu dieser Zeit war Lech noch ein armes Bauerndorf, aber die Besiedelung der Walser und der Tourismus wurde immer stärker. Mein Opa Vinzenz Walch hat nach seiner Lehre die Bäckerei übernommen und diese mit meiner Oma Ida Walch neben dem Hotel Gotthard erfolgreich geführt.

Mein Vater Thomas Walch sollte dann die Backstube von meinem Opa übernehmen. Er hatte die Bäcker- & Konditorlehre mit der Meisterprüfung erfolgreich abgeschlossen. Nur kurze Zeit später bekam er eine Mehlallergie, weshalb mein Opa ihm und meiner Mutter das Hotel Walserberg in Warth, anstelle der Backstube, übergab.

Die Backstube musste dann kurzerhand sein jüngerer Bruder Clemens Walch weiterführen. Seit 2007 arbeite ich nun schon im Familienunternehmen in Lech. 2017 übernahm ich die Bäckerei meines Onkels. Letztes Jahr konnte ich nach 2 Jahren Bauzeit aus dem Hotel Gotthard in die neu gebaute Backstube umsiedeln.

  • Es ist ganz wundervoll, dass du euer Familienunternehmen weiterführst. Hattest du als Kind schon diese Liebe zum Backen oder ist diese Leidenschaft erst später entstanden?

Diese Leidenschaft ist nach und nach entstanden, jetzt dafür umso größer. Da ich im Hotel groß geworden bin und auch die Hotelfachschule absolviert habe, war für mich klar, dass ich im Hotelgewerbe sein werde. Doch dann bekam ich die Möglichkeit die Backstube meines Onkels zu übernehmen. Und nun bin ich froh und stolz darauf, dass ich die Familientradition der Bäcker weiterführen darf.

  • Liebe, Werte und Zeit sind für dich die Grundpfeiler des Bäcker-Handwerks. Wie lebt ihr diese Philosophie in der Backstube Lech?

Diese 3 Begriffe sind jeden Tag präsent.

Die Liebe und die Leidenschaft zum Bäckerhandwerk.

Die Wertschätzung gegenüber den Rohstoffen, der Natur, dem Kunden, dem Mitarbeiter und natürlich dem Miteinander.

Die Zeit ist die Zutat die am meisten unterschätzt wird!

Wir geben dem Teig Zeit sich zu entwickeln und können dadurch auf jegliche Zusatzstoffe verzichten.

  • Was inspiriert dich bei der Suche nach neuen Ideen für dein kreatives Schaffen am meisten?

Ich versuche immer Trends mit Traditionellem und Regionalem zu kombinieren.

Wenn ich unterwegs bin, sammle ich möglichst viele Eindrücke die ich dann Zuhause versuche umzusetzen. Durch viel tüfteln und ausprobieren, entstehen neue Produkte oder bestehende werden verfeinert.

  • Jetzt starten wir ja wieder in die schöne Keksle-Saison… Würdest du uns zum Abschluss noch dein persönliches Lieblings-Kekse-Rezept für die Weihnachtsbäckerei verraten?

Ich habe so viele Lieblingskekse! 😊

Aber ein Favorit sind die Linzeraugen, hier kann ich nicht widerstehen!

 

Buttermürbteig für Linzeraugen:

·         300g Weizenmehl Type 480

·         200g weiche Butter

·            90g Staubzucker

·            10g Vanillezucker

·            20g Dotter (1 Stk)

·            eine Prise Salz

·         120g Marmelade zum Füllen

 

Herstellung:

Alle Zutaten zu einem Teig kneten. Vorsicht: Nicht zu lange kneten

Nach dem Kneten den Teig in eine Klarsichtfolie einschlagen und über Nacht im Kühlschrank lagern (ca. 10°C).

Vor dem Ausrollen den Teig kurz ankneten und auf die gewünschte Stärke ausrollen.

Wunschform ausstechen und bei 180°C goldbraun backen.

Auskühlen lassen, die Deckel leicht anzuckern, die Böden mit Marmelade bestreichen und die gezuckerten Deckel auflegen. Viel Freude beim Genießen!

 

Ein herzliches Dankeschön lieber Martin für deine Zeit, dieses interessante Interview und dein tolles Rezept!  Interview geführt von Ivonne Gsenger, Vital Chalet



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